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Inspiration 01/2017 dt

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INFO: SKITOUR GRAND

INFO: SKITOUR GRAND COMBIN Grossartige hochalpine Skitour auf den wohl frei stehendsten aller Walliser Gipfel – eine Tour, die man kaum je vergessen wird. Allerdings ist das Zeitfenster für eine Besteigung mit Ski nur kurz: Bis Ende April ist das Couloir du Gardien meist noch blank, Ende Mai jeweils schliesst die Cabane FXB Panossière. Das Hüttenteam informiert auf der Facebook-Seite laufend (und mit viel Witz) über die aktuellen Bedingungen – nicht nur am Grand Combin, sondern auch an den anderen Skitourenbergen der Umgebung. Viele Tourenfahrer besuchen auf dem Weg zum Combin de Grafeneire (4314 m) auch den nahen Combin de Valsorey (4184 m), der ebenfalls als eigenständiger Viertausender gilt. ANFORDERUNGEN Schwierigkeit: S. Aufstieg 1700 m, 6–7 Std. Abfahrt/Abstieg bis ins Tal 2900 m. Lange, anspruchsvolle Tour in vergletschertem Gelände, sicheres Steigeisengehen erforderlich. Schlüsselstelle ist der Abschnitt zwischen Plateau du Déjeuner und dem Hochfirn auf 4000 Metern: eine 400 Meter hohe und bis zu 45 Grad steile Flanke und anschliessend ein noch steilerer Sérac-Riegel, durch den man sich einen Weg suchen muss. Bei guten Bedingungen ist die Passage meist professionell gespurt. Sie ist zwar deutlich weniger gefährlich als die Route über den Corridor, ein gewisses Eisschlagrisiko besteht dennoch, weshalb man zwischen 3600 und 4000 Metern zügig unterwegs sein sollte. Noch etwas zum Glacier de Corbassière: Obwohl nicht sonderlich zerschrundet, darf man die Spaltengefahr nicht unterschätzen. ANREISE Von Martigny mit der Bahn nach Le Châble, dann per Bus (wenige Verbindungen) oder Taxi (z.B. Taxi des Combins, 079 736 73 73) nach Fionnay bzw. zum Mayen du Revers. In Martigny stehen einige Mobility-Fahrzeuge. UNTERKUNFT Cabane FXB Panossière (2641 m), Tel. 027 771 33 22. Modern eingerichtete Hütte (1996 erbaut). In der Regel von Mitte März bis Ende Mai bewartet, kein Winterraum. Sehr informative Website (www.cabane-fxb-panossiere.ch) mit zahlreichen Infos und Routenkarten. Zustieg: vom Mayen du Revers in rund 4 Stunden, 1230 Meter Aufstieg (Routenwahl von den Verhältnissen abhängig, s. Hütten- Homepage). LITERATUR Georges Sanga, «Die klassischen Skitouren», SAC Verlag 2015. Swisstopo Skitourenkarte 283S Arolla (Route 420a). des Corridor niederlegen, wo ein Jahr zuvor einer ihrer Freunde von einem Sérac erschlagen wurde. Der Corridor: Das war früher die übliche Route auf den Grand Combin, eine lang gezogene Eisrampe unter überhängenden Eistürmen, stets dem Eisschlag ausgesetzt. Mittlerweile ist sie verpönt, höchstens als Abfahrt kommt sie noch infrage. Nach dem Gespräch mit den Italienern treffen wir eine erste Entscheidung: Morgen werden wir den Corridor meiden. Der grosse Tag Nach einer ruhigen Nacht weckt uns der schrille Wecker auf. Halb drei. Ein Blick aus dem Fenster bestätigt, was bereits angekündigt war: Prachtwetter! Deshalb: Schnell Frühstück verdrücken und raus. Die Hütte ist zwar voll belegt, doch nicht alle wollen an diesem Morgen zum Grand Combin. Und jene, die dieses Ziel anvisieren, starten nicht alle gleichzeitig. Manche sind schnell, beim Kaffeetrinken und Butterbrotschmieren, in der Vorbereitung genauso wie beim Losmarschieren. Wiederum andere essen gemütlich ihr Müesli und widmen sich ausgiebig der Morgentoilette. Weshalb die Eile? Die Seilschaften sind in unterschiedlichen Tempi unterwegs, weshalb sich die Gruppen auf dem riesigen Glacier de Corbassière rasch verteilen. Da ist nichts mit Hasten und Drängen wie an Kletterviertausendern, wo alle als Erste in die Schlüsselstelle einsteigen wollen. Ruhig und still zieht sich die Prozession der Stirnlampen durch die angenehme Kühle der Nacht und über den sanften Gletscher. Im Mondlicht ist auch das Gemüt heller, so scheint es. Wie oft muss man auf Touren besorgt zum Himmel schauen und bangen? Wegweiser 14 Beim «Plateau» du Déjeuner – nun auf dem Heimweg und in der Sonne.

Am Fuss der Séracs im Couloir du Gardien. Die genaue Route durch die Eistürme ändert sich von Jahr zu Jahr. Die Cabane FXB Panossière, ein sehr entspannt und freundlich geführtes «Basislager» am Combin. Aber heute gibt es nichts zu hadern. Die Sterne funkeln. Es ist ein Festtag, und wir sind mittendrin. Eine erste Schlüsselstelle Die Zeit vergeht im Flug, schon bricht die blaue Stunde an, mit ihrem unwirklichen, elektrisierenden, verheissungsvollen Licht. Etwas später taucht die Sonne die ersten Gipfel in warmes Licht – nicht die höchsten zuerst, sondern jene, die freie Sicht Richtung Osten haben. Dann taucht plötzlich, hinter einem Sattel, der nahe Mont Blanc auf. Er leuchtet bereits kräftig. Dort drüben ist unser Tag schon angebrochen! Obwohl wir noch im Schatten laufen, im Schatten des Grand Combin, tauen wir endgültig auf. In einer flacheren Hangpartie, in der Landeskarte als Plateau du Déjeuner bezeichnet, gönnt sich mancher tatsächlich ein zweites Frühstück, oder zumindest eine kurze Stärkung, denn darüber steilt sich die Flanke auf. Wir stehen am Fuss des Couloir du Gardien, das den Corridor als beliebteste Aufstiegsroute abgelöst hat. Doch auch hier bewegt man sich in der Falllinie eines Eisabbruchs, also ohne lange zu zögern nichts wie hoch! Die einen versuchen es so lang wie möglich mit den Ski, andere montieren gleich die Steigeisen, manche seilen sich auch an: Am Grand Combin gibt es, mehr noch als an zahlreichen anderen Bergen, kein Richtig und Falsch. Jeder muss selber entscheiden und sein Verhalten den eigenen Fähigkeiten anpassen. Dank gutem Trittschnee gelangen wir rasch bis unter die Séracs. Nun zieht die Spur nach rechts und windet sich in einem Schlenker klug durch die riesigen Eisskulpturen. Die Ski auf dem Rucksack, links den Pickel in der Hand, rechts ein Skistock, erweist sich die Schlüsselstelle als völlig gutmütig. Noch drei, vier Schritte, und plötzlich treten wir in die Sonne, die mit ihrer Wärme den ganzen Körper umschmeichelt. Der Combin de Grafeneire und sein östlicher Nebengipfel, der Valsorey, scheinen nun endlich zum Greifen nahe. Die grosse Mulde ist von kleinen Punkten gespickt, von Leuten, die auf den einen oder auf den anderen gehen, oder vom einen zum anderen traversieren, oder bereits von einem der Gipfel abfahren. Auf Facebook wird der Hüttenwart heute Abend posten: «conditions exceptionelles au Grand Combin, 56 au sommet». Panorama der Extraklasse Auf dem Combin de Grafeneire, dem höchsten Punkt dieses helvetischen Himalayas, steht – ausser einem Dutzend Bergsteiger und einem kleinen Notfunkrelais – einfach nichts, weder Kreuz noch Steinmännchen. Das Panorama ist so einzigartig, wie man es vom frei stehendsten aller Walliser Berge erwarten würde. In allen Richtungen nur Hochgebirge: Gran Paradiso, Monte Rosa, Wegweiser 15

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