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Inspiration 01/2017 dt

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Gipfeltreffen 22 Spass

Gipfeltreffen 22 Spass ist ein Ausdruck, der mir in der traditionellen Bergsteigerei inzwischen auf die Nerven geht. Heute muss alles Spass machen, ein Unding unserer Zeit. «Heute muss alles Spass machen, ein Unding unserer Zeit.» Sie wollten stets herausfinden, wie der Mensch in archaischen Umgebungen tickt. Nun streben Menschen ja nicht nur nach Höherem, sondern gehen auch ganz gerne auf Nummer sicher. Wenn ein Mensch sonntags einen Kaffee trinkt oder in der Halle klettert, anstatt sich freiwillig in Todesgefahr zu begeben, ist er dann nicht sogar «archaischer»? Der Mensch, der in der urbanen Welt lebt, muss – notgedrungen – alle Regeln akzeptieren, die er aufgestellt hat, um in grossen Gruppen zusammenleben zu können. Der Städter darf nicht nach anarchischen Mustern leben. Ich hier auch nicht. In Europa fahre ich auf der rechten Strassenseite. Wenn ich aus dieser urbanen Welt aber aussteige, dann fahre ich wie und wo ich will. Dann bin ich wie ein Mensch vor 50’000 Jahren. Und das Bergsteigen, Sie haben recht, «Hier in Europa fahre ich auf der rechten Strassenseite. Aber wenn ich aus der urbanen Welt aussteige, fahre ich wie und wo ich will.» ist eine Dekadenzerscheinung. Solange wir kein Dach über dem Kopf hatten, solange wir gehungert haben, solange wir Menschen uns gegenseitig ständig die Köpfe eingeschlagen haben, hatten wir keine Lust, auf Berge zu steigen. Ein Selbstversorgerbauer, der unter den Dolomiten lebt ... ... der geht heute noch nicht in die Berge. Nein, der tut’s heute noch nicht. Erst seit wir es uns leisten können, seit der Aufklärung, tun wir es. Warum sind Engländer die ersten Bergsteiger? Weil sie die erste Industrialisierung hatten. Sie kommen aus Manchester, ist alles logisch. Als traditioneller Alpinist katapultiere ich mich in eine Welt vor der urbanen Zeit, und schaue wie ich dabei ticke. Und komme drauf, dass es alles andere als Spass macht. Viele kennen die Geschichten Ihrer extremen Touren an Achttausendern, Polregionen und Wüsten. Dass Sie auch Porsche gefahren sind, im «Playboy» waren und Ihren eigenen Duft haben, eher weniger. Ist Ihr Leben das eines Mönches, oder doch eher das eines Rockstars? Ich habe nie das Leben eines Rockstars geführt. Ich habe viele Vorträge gehalten, in Mailand einmal vor 15’000 Leuten, in der Arena von Verona. Organisatoren haben das mit Sponsoren hingekriegt. Die Leute haben keinen Eintritt bezahlt, also kamen viele. Natürlich habe ich mit meinen Vorträgen Geld verdient. Aber ich bin immer ohne Apparat auf die Bühne gegangen – mit einem Mikrofon, ein paar Bildern und Filmchen auf der Leinwand. Das ist alles, was ich habe. Ich bin kein dreiköpfiges Kalb, nur Erzähler. Sie haben oft eine klare, oft auch unbequeme Meinung vertreten. Wie geht man mit den Reaktionen darauf um? Jeder hat das Recht, mich zu kritisieren. Ich glaube, ich bin der meistkritisierte Bergsteiger, mindestens im deutschen Sprachraum, und stolz darauf. Damit habe ich kein Problem. Ich sage nach wie vor sehr deutlich, was ich denke. Und wer meine anarchischen Züge nicht ausstehen kann, möge nicht mit der Moral kommen. Ich habe keine

Hemmungen, meine Erfahrungen hinzulegen und zu sagen: Der Mensch wäre als Gattung nicht am Leben geblieben, wenn er nicht Egoist wäre. Für Egoismus braucht es aber auch Freiraum. Von Ihnen stammt das Zitat: «Wenn sich alle Sorgen machen, dann reisst man keine Grenzen ein.» Wie schafft man es, sich als Bergsteiger zu Hause Freiraum zu schaffen? Da muss man Glück haben. Meine Mutter hat uns nie zurückgehalten. Wir sind ja mit 12, 13 Jahren mit Seil und Haken zum Klettern gegangen – Kleine Fermeda Nordwand, fünfhundert Meter hoch und gar nicht so wenig Steinschlag. Ich würde das meine 14-Jährige nicht machen lassen. Die Mutter hat uns noch Frühstück gemacht und wir sind losgezogen, sie hat nie Nein gesagt. Sicher hatte sie auch Sorgen und Ängste, hat diese aber zurückgehalten. Weil sie wahrscheinlich gemerkt hat, dass sich die Kinder sonst nicht entfalten, entwickeln können. Auch meine Frauen haben mich nie aufgehalten. REDUZIERT AUF SCHUTZ «Ich würde das meine 14-Jährige nicht machen lassen.» Gab es Versuche? Nein. Ich habe natürlich für die Kinder, als sie da waren, Versicherungen abgeschlossen. Ich wäre ja irre, wenn ich allein zum Nanga Parbat ging und sagte: «Ich komme nicht um.» Ich bin nichts Besonderes. Ich kann umkommen wie jeder andere auch. Daher die Versicherungen. Aber von meiner Frau habe ich sozusagen ein «Placet» gehabt, und die Kinder haben sowieso keine Angst. Die sagen: «Mein Papa kann alles.» Das meinen sie nicht überheblich. Eher in dem Sinne: «Der kommt immer wieder». So wie ein Lehrer in die Schule geht oder ein Taxifahrer ins TesTsieger TesTsieger ASCENT 30 AVABAG Das sensationell LEICHTE und KOMPAKTE AVABAG-SYSTEM bietet SCHUTZ – selbst bei anspruchsvollsten Unternehmungen. Erreicht wird dies durch eine neuartige Verschweißungstechnologie des Airbags sowie durch die innovativ einfache Venturieinheit. Wenig Bauteile und ein komplett geschlossenes, robustes System machen AVABAG leicht, kompakt und extrem zuverlässig! Gipfeltreffen 23 Entdecke AVABAG auf ortovox.com!

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