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Inspiration 01/2017 dt

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Sehnsucht nach

Sehnsucht nach Wiedergeburt: Messner im Jahr 1978 auf dem Gipfel des Nanga Parbat. Sein Solo – acht Jahre nach dem Tod seines Bruders Günther am selben Berg – war der erste vollständige Alleingang an einem Achttausender. «Nie erschien mir das Leben wertvoller», schrieb Messner nach dem fünftägigen Grenzgang. Gipfeltreffen Reinhold Messner 24 Auto steigt. Ich war monatelang nicht da, dann war ich monatelang daheim und habe ein Buch geschrieben. Haben Sie den Eindruck, dass Bergsteigen, so wie Sie es in den Büchern beschreiben, für die meisten Menschen überhöht ist? Dass Sie von transzendentalen Erlebnissen sprechen, wo andere eigentlich nur Ablenkung und Entspannung in den Bergen suchen? Das kann ich nicht sagen. Ich glaube, dass das traditionelle Bergsteigen in uns Menschen mehr oder weniger dieselben Emotionen auslöst. Wenn ich weit weg bin, dann merke ich plötzlich, wie unsicher und ängstlich ich werde. Es hat mit Todesgefahr zu tun. In der Kletterhalle ins Seil zu fallen, ist etwas anderes. Aber ich bestreite nicht, dass wir in die Zivilisation gehören. Wir brauchen sie. Ich gehe nur kurz aus der Zivilisation weg, möglichst weit, und komme zurück. Und dieses Zurückkommen ist mehr als Freude, es ist ein Gefühl von Wiedergeborensein. Die Geburt haben wir alle nicht bewusst erlebt, aber es ist wirklich so, dass mit dem Grenzgang das Gefühl entsteht – mehr über den ganzen Körper, als nur im Kopf –, dass wir eine neue Chance haben, alle unsere Gaben, unsere Fähigkeiten auszuleben. Zu spielen. Zuletzt beginnt dann wieder das «Spiel der Leiden». Ein paar Mal schon habe ich gesagt «Das mache ich nie mehr wieder », und es später vergessen. Weil das Gefühl des Wiedergeborenseins wiedergehabt werden will. Es ist nicht der Kick – beim Fliegen, beim Springen ist es ein Kick –, das hat aber mit dem, was wir tun, nichts gemeinsam. Das kann mit nichts verglichen werden. Also eher Flow als Kick? Flow ist es in der Tat auch. Weniger beim Höhenbergsteigen. Aber wenn jemand wirklich gut klettert, dann ist das beim Zuschauen schöner als Tanzen. Da ist schon Flow dabei. Das neue Buch Ihres Lieblingsautors Christoph Ransmayr handelt von einem Uhrmacher, der dem Kaiser von China eine Uhr anfertigen soll, die niemals aufgezogen werden soll. Ein Sinnbild für ewiges, müheloses Leben – wäre das etwas für Sie? Die Uhr, nein! Aber die Idee, zu betrachten, wie verschieden die Zeit vergeht, ist spannend. Bei einer wirklich guten, grossen Kletterei, in Seilschaft oder allein, kann ich nachher nicht sagen, war ich eine Woche unterwegs oder nur 10 Minuten. Die gemessene Zeit ist nur eine menschliche Erfindung. Wie wir die Zeit empfinden, ist eine ganz andere Geschichte. Gerade im Flow-Zustand, bei absoluter Konzentration, wenn überhaupt keine anderen Gedanken mehr aufkommen: Da löst sich die Zeit im Raum auf. INTERVIEW: THOMAS EBERT FOTOS: MORITZ BECHER

Arc’teryx ist in der Wildnis der kanadischen Coast Mountains zu Hause und steht für präziseste Entwicklung und Produktion. Fertigung und Designabteilungen im eigenen Haus ermöglichen eine konsequente Weiterentwicklung innovativer Produkte. Gipfeltreffen 25

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