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Inspiration 01/2017 dt

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Glatte Glasur: Die

Glatte Glasur: Die Eroberung bizarrer Eisburgen erfordert Können und Konzentration. visualimpact/Thomas Senf HEISS AUF EIS Sie lieben frostige Schluchten und schattige Nordwände – Eiskletterer fühlen sich im Kühlschrank von Mutter Natur am wohlsten. Er verwandelt Wasserfälle in gläserne Säulen, Felsen in eisige Burgen. Die Experten von Bächli Bergsport verraten, worauf es bei der kalten Kunst ankommt. Expert 30 Mit einem breiten, zufriedenen Lachen kommt Michael Wicky von einem Ausflug in die winterlichen Berge zurück. Die Schneelage ist im Moment alles andere als optimal für Skitouren. Trotzdem sprüht er vor Begeisterung. «Wir waren im Eis», grinst er von einem Ohr zum anderen – wie ein Kind, das gerade mit fünf Kugeln Stracciatella, Himbeere, Schokolade, Erdbeer und Banane aus der Gelateria stolziert. Michael spricht von Softeis und Kompakteis. Darin ist er Experte. Er ist Bergführer, Geschäftsführer von Bächli Bergsport Partner Bergpunkt, dem Zentrum für Alpinausbildung und Beratung in Worb bei Bern. «Beim Eisklettern», schwärmt er, «lernst du den Winter von seiner wilden Seite kennen.» Immer wieder zieht es ihn in einsame Schluchten, in denen Wasserfälle zu bizarren Skulpturen erstarren, oder an Felswände, die bei Minustemperaturen zu Eisburgen mutieren. Eine Märchenwelt auf Zeit.

Eis ist nicht gleich Eis. Die Qualität hängt stark von den Temperaturen ab. Eisklettern ist wie Tiefschneefahren eine enorm intensive Naturerfahrung, aber eben doch ganz anders. Wasser nicht in Pulverform, sondern in seinem derbsten Aggregatszustand: hart, kalt, glatt, abweisend – und dennoch enorm anziehend. «Du spürst dich mit jeder Muskelfaser, fühlst die Kälte, aber auch die Wärme, die sich mit jedem Schlag der Eisgeräte in deinem Körper breitmacht», lässt Michael Wicky seine Gedanken zum Eisfall zurückschweifen. «Gleichzeitig aber ist Eisklettern auch geradezu kunstvoll, sehr kreativ. Du bist nicht auf fixe Griffe und Tritte angewiesen, suchst dir sehr frei deine Linie.» Mal hell und milchig, mal dunkel wie Granit – Eis ist nicht gleich Eis. Genau wie Schnee ändert es seine Konsistenz permanent, abhängig von Temperatur, Wassermenge und Untergrund. Bisweilen gluckst und gluckert es hinter den eisigen Gardinen. Der Wechsel aus Tau- und Frostphasen verändert Eiswände Tag für Tag, Nacht für Nacht. Ein packendes Erlebnis, immer auch verbunden mit einem gewissen Nervenkitzel. Schliesslich lässt sich die Stabilität des Eises nicht hundertprozentig zuverlässig prognostizieren. «Genau wie beim Einschätzen der Lawinengefahr ist eine Menge Erfahrung nötig», so Wicky. Je kälter, desto besser? Von wegen! «Temperaturen um oder sogar etwas über Null Grad Celsius machen das Eis plastischer. So haben die Schläge mit den Eisgeräten und den Steigeisen weniger Sprengwirkung», erklärt der Bergführer. «Minus zehn Grad und kälter lassen das Eis dagegen spröde werden. Und auch grosse Temperatursprünge führen zu Spannungen und Rissen.» Dan Patitucci Knackige Kälte knackt Eistürme Für eine Studie mit Alpinausrüster Petzl haben Mitarbeiter des Forschungsinstituts für Gletscherkunde und Geophysik in Grenoble in Eisfällen Druckmessgeräte installiert und gleichzeitig den Temperaturverlauf aufgezeichnet. Die Ergebnisse: Ideal sind beständige Perioden mit Temperaturen um null Grad. Dann verformt sich Eis am besten – ideal für das Eindringen der Eisgeräte und SPAREN MIT MIETAUSRÜSTUNG Steigeisen, Eisgeräte, Eisschrauben, ... alleine die übers normale Felsklettern hinaus nötige Ausrüstung kann das Sparschwein sprengen. Wer erst mal unverbindlich am Eis schnuppern möchte, kann das nötige Equipment bei Bächli Bergsport auch günstig mieten. Nähere Infos: in allen Bächli Filialen oder unter www.baechli-bergsport.ch der Steigeisenzacken. Längere Perioden mit milden Temperaturen über null Grad, auch nachts, führen dagegen dazu, dass Wasser zwischen Fels und Eis eindringt. Die Bedingungen werden zunehmend ungünstig. Gefahren drohen aber auch bei plötzlichen Temperaturstürzen. Aufgrund der auftretenden Spannungen im Eis können Schläge mit den Eisgeräten zu Rissen führen, die sich weit ausdehnen und frei stehende Eissäulen oder grosse, frei hängende Zapfen sogar zum Einsturz bringen können. Doch auch allmählich sinkende Temperaturen, gefolgt von einer massiven Kälteperiode, sorgen für bruchanfälliges Eis. «Ideal für Einsteiger», so Michael Wicky, «sind weniger stark geneigte Eisfälle mit einer ausreichend dicken Eisschicht, dazu leichte Minustemperaturen. Bleibt nur noch, das Risiko von Eisschlag oder Lawinen von oben realistisch einzuschätzen.» Um die Kletter- und Sicherungstechniken im Eis von Grund auf solide zu lernen, lohnt sich auf jeden Fall ein Eiskletterkurs bei einer Bergsportschule. Basiskenntnisse im Expert 31

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